Mein erstes Mal war 1994. Ein Ego-Shooter namens Marathon, exklusiv für den Macintosh. Während alle Welt über Doom auf dem PC redete, lief bei mir dieses andere Spiel. Düster, klaustrophobisch, mit einer Geschichte, die man Stück für Stück aus Computerterminals zusammensetzte. Bungie hat damals nicht einfach geballert. Bungie hat erzählt.
Genau das hat mich gepackt. Der verrückte KI-Charakter Durandal. Die Frage, wer hier eigentlich wen kontrolliert. Science-Fiction mit Tiefgang, nicht nur mit Munition. Für einen jungen Mac-Nutzer war das eine kleine Offenbarung.
Jetzt, über dreissig Jahre später, ist Marathon zurück. Diesmal als Extraction-Shooter für mehrere Spieler, entwickelt vom selben Studio – inzwischen aber ein ganz anderes Bungie.
Eine Woche gratis ab dem 2. Juni
Am 2. Juni startet die zweite Saison. Bungie öffnet das Spiel für eine ganze Woche kostenlos, bis zum 9. Juni. Wer reinschnuppert, behält seinen Fortschritt, falls er später kauft. Verfügbar auf Steam, PlayStation 5 und Xbox.
Der Zeitpunkt ist clever gewählt. Zum Saisonstart werden alle Inventare zurückgesetzt. Neulinge und Veteranen starten also auf Augenhöhe. Dazu kommen eine neue Klasse, eine nächtliche Sumpf-Karte und ein neues Aufstiegssystem. Die Nachtversion lehnt sich stärker an kosmischen Horror an – langsamer, bedrohlicher, einsamer.
Mehr als Nostalgie
Ich weiss: Das neue Marathon ist nicht das alte. Kein Einzelspieler-Epos mehr, sondern ein Service-Spiel mit allem Drum und Dran. Und Bungie selbst steht unter Druck, nach Berichten über Entlassungen.
Trotzdem werde ich reinschauen. Nicht, weil ich glaube, dass die Magie von 1994 zurückkehrt. Sondern weil mich interessiert, was eine Marke nach drei Jahrzehnten aus ihrem eigenen Mythos macht. Manchmal ist der spannendste Teil eines Spiels nicht das Spiel selbst, sondern die Geschichte dahinter.
Am 2. Juni wissen wir mehr.




Schreiben Sie einen Kommentar