Kommunikationsnotstand

Genau so dramatisch wie die pandemische Situation sich gibt, finde ich die Kommunikation rund um die Impfwoche. In Krisenzeiten ist Kommunikation ein wichtiges und mächtiges Instrument, um Meinungen und Verhalten zu beeinflussen. Ich verstehe nicht, warum die Regierung für so schlechte Sujets und vor allem so wenig Botschaft, so viel Media bucht. Ja, es ist Impfwoche, das weiss man jetzt – und???? Dafür braucht es weiss Gott keine Kampagne mehr, das haben wohl alle schon mal gehört.

Kompetenz ignoriert

Wir haben in der Schweiz wirklich gute Köpfe, wenn es um Werbung geht. Und damit meine ich wirklich nicht mich. In der Schweiz wurden Kampagnen erfunden, von denen können viele Länder nur träumen. Wir haben eine hohe Qualität in der Werbung und jetzt kommt da mit der Pandemie ein Kommunikationsbrei daher, dass es nicht mehr schön ist. Wir haben auch schon mit dem BAG zu tun gehabt und irgendwie kann ich mir vorstellen, was da passiert ist.

Warum hat hier eigentlich ein Bundesamt das Sagen über die Kommunikation, das seine Kompetenzen wirklich auf einem anderen Haufen hat. Die Botschaft ist ja eigentlich klar, warum muss das dann durch den BAG-Weichspüler?

Was mir fehlt, bei der ganzen Chose: Emotionen und Argumente!

Wenn die Führung nicht in der Lage ist zu sagen, was sie will, und warum sie es will, dann ist jede Kampagne von vornherein zum Scheitern verdammt. Kommunikation macht nur dann Sinn, wenn man damit etwas erreichen will, ein Ziel verfolgt. Sonst kann man sich die Millionen wirklich sparen.

Wenn das nicht in die Köpfe der Beamten will, weil sie Werbung reflexartig mit Tabakkonsum und sinnlosen SUVs in Verbindung bringen und für das Böse an sich halten, dann muss man sie ihnen halt wegnehmen.

Es braucht dafür ihre Kompetenzen sowieso nicht, im Gegenteil. Werbung ist laut, subtil, sexy und manipulativ zugleich. Das ist vielleicht zu komplex für Naturwissenschaftler.

So wie es Ärzte gibt, Virologen und Maskenproduzenten gibt es in diesem Land auch einige echt helle Köpfe, was die Kommunikation angeht. Und ich glaube nicht, das diese Pflästerli-Kampagne auf deren Mist gewachsen sein soll.

Lasst endlich die ran, die das können!