4.30 Uhr. Irgendwo in Thun erwacht eine Lautsprecheranlage. Nicht zaghaft, sondern mit voller Überzeugung. Seit diesem Moment weiss das halbe Berner Oberland: Heute ist Ironman.

Wer wissen will, was da draussen genau läuft, greift zur offiziellen Quelle: dem Info-PDF auf thun.ch. Genauer: Er würde. Die Seite ist weg. «Ein Problem ist aufgetreten» – sauber in drei Sprachen, damit garantiert niemand ans Ziel kommt. Immerhin: Bei der Mehrsprachigkeit sitzt jedes Detail. Bei der Serverkapazität weniger. Das gilt übrigens für den gesamten Server – auch der ganze Rest von thun.ch bringt nicht mehr als dieses vorzügelich gestaltete Warnpamphlet.
Die Stadt Thun lernt heute, was es heisst, einen Webserver zu betreiben, der wirklich gefragt ist. Ein paar tausend Athletinnen und Athleten, deren Angehörige und alle, die nur wissen wollen, welche Strasse gesperrt ist – das genügt für den digitalen Kollaps. Der erste DNF des Tages geht damit nicht an einen Teilnehmer, sondern an die Infrastruktur.
Zurück zum Lautsprecher. Er dröhnt seit dem Morgengrauen durch die ganze Gemeinde. Jeder einzelne Teilnehmer wird angefeuert, als hinge das Schicksal des Kantons an seiner Wechselzone. Ich gönne den Unermüdlichen ihre 226 Kilometer Selbstoptimierung – wer um halb fünf freiwillig in einen See springt, hat sich seine Durchsage redlich verdient. Aber muss das halbe Oberland mithören?
Die Lektion des Tages: Lastspitzen wollen geplant sein. Beim Server wie beim Schallpegel. Beides lässt sich dimensionieren – wenn man vorher darüber nachdenkt.
Bis dahin gilt, was die Fehlerseite so schön sagt: «Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Besten Dank für Ihr Verständnis.»




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